Das Projekt bei KI-Sprachmodellen

Die Projekt-Funktion kann insbesondere für Neulinge verwirrend sein, da sie nur bedingt in den Oberflächen der Cloud-KI-Anbieter erklärt wird. Leider gibt es nicht bei allen KI-Sprachmodellen diese Funktion, nur bei ChatGPT und Claude. Weder bei Gemini oder Copilot noch bei Perplexity gibt es eine vergleichbare Funktion. Man kann in einem Projekt selektiv einzelne Chats und Dateien zusammenführen.

Durch ein Projekt lassen sich Dateien und Chats zusammenfügen. Dann kann man parallel an mehreren Stellen arbeiten. Bild: Gemini
Durch ein Projekt lassen sich Dateien und Chats zusammenfügen. Dann kann man parallel an mehreren Stellen arbeiten. Bild: Gemini

Wie funktioniert ein „Projekt“?

Die KI kennt innerhalb eines Projekts die anderen Chats und die Dateien, die dem Projekt hinzugefügt wurden. So kann man z.B. Unterthemen einer Workshop-Planung in verschiedenen Chats getrennt halten:

  • inhaltliche Planung eines Workshop-Tages
  • Ausarbeitung der Sessions
  • Marketing-Posts
  • Bilderstellung

Der Chat zum Social Media-Post kann so z.B. auf die Agenda oder die erstellten Bilder zugreifen. Oder bei der Bilderstellung können wir den Prompt „Erstelle ein Bild zur ersten Session“ eingeben, ohne die Session erneut detailliert erklären zu müssen.

Bei einem Projekt werden Chats und Quellen zusammengeführt. Alle Chats kennen die gesamten Inhalte des Projekts, inkl. Dateien, die unter "Quellen" sichtbar sind.
Bei einem Projekt werden Chats und Quellen zusammengeführt. Alle Chats kennen die gesamten Inhalte des Projekts, inkl. Dateien, die unter „Quellen“ sichtbar sind. (ChatGPT)

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass man die relevanten Dateien nicht mehrmals in den einzelnen Chats einbinden muss; man kann sie einfach an einer zentralen Stelle verwalten.

Abgrenzung zur Gedächtnisfunktion

Ich bin aus mehreren Gründen kein Fan der Gedächtnisfunktion bei Cloud-KI. Bei Projekten sehe ich das anders: Projekte bündeln für einen konkreten Zweck Chats und Dateien, was natürlich Sinn ergibt, um nicht alle Informationen in einem langen Chat handhaben zu müssen. Dort verliert sogar die KI mit der Zeit den Überblick, weil das Kontextfenster irgendwann zu klein wird.

Anwendungsbeispiel: Recherche

Wenn man sich z.B. in ein neues Thema einarbeitet, kann es Sinn ergeben, das innerhalb eines Projekts zu tun – so können ggf. Querverlinkungen erkannt werden. Wichtig ist hier allerdings, dass man auch ab und an Konsistenzprüfungen über Google o.ä. macht – KI-Modelle erzählen manchmal auch völligen Quatsch, das nennt man Halluzination. Dass eine Information nicht stimmt, hindert die KI aber leider nicht daran, den Quatsch mit sehr großer Überzeugung und hohem Selbstbewusstsein zu erzählen, bis man sie des Unwissens überführt.

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