Ein Business-Tarif für Cloud-KI-Anbieter ist leider für Firmen fast unvermeidlich. Eine wesentliche Anforderung der europäischen Datengrundschutzverordnung (DSGVO) ist es, dass personenbezogene Daten von Firmen besonders geschützt werden müssen. Das ist bei Cloud-KI besonders relevant, da die besonderen Anforderungen bei den populärsten KI-Anbietern in den Tarifen für Privatpersonen in der Regel NICHT erfüllt werden.

Disclaimer: Dies ist keine Rechtsberatung, sondern der Versuch einer verständlichen Darstellung durch einen Laien, der sich informiert hat. Ich bin kein Anwalt. Es ist immer wichtig, sich durch Anwälte beraten zu lassen, die sich mit dem jeweiligen Thema auskennen, um rechtskonform unterwegs zu sein!
Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
Wann immer man geschäftliche, personenbezogene Daten durch einen Unterauftragnehmer verarbeiten (also auch: speichern) lässt, muss ein sogenannter Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) bestehen. Dabei ist es egal, ob es um die Daten der Mitarbeiter oder der Kunden geht. Die Idee hinter dieser Regelung ist, dass es vertraglich geregelt sein muss, dass der Unterauftragnehmer die Daten mit der gleichen oder mehr Sorgfalt behandelt. Es wird auch explizit eine Schriftform dafür gefordert.
Kein Business-Tarif: Wo ist das Problem?
Die meisten Menschen nutzen KI mit einem privaten Account, egal ob ChatGPT, Copilot, Gemini, Claude oder Perplexity. Außer bei Perplexity ist es für diese Accounts NICHT möglich einen AVV abzuschließen – das wird schlicht von den Firmen nicht angeboten. Die Situation ist wie folgt:
| Anbieter | ChatGPT | Claude | Copilot | Gemini | Perplexity |
| günstigster Privat-Tarif | € 0 mtl. | € 0 mtl. | € 0 mtl. | € 0 mtl. | € 0 mtl. |
| AVV verfügbar | nur API | nein | nein | nein | ja |
| günstigster Business-Tarif | € 26 mtl. | (€ 84,15 mtl.) € 16,83 mtl. | € 22 mtl. | € 8,10 mtl. | $ 34 mtl. |
| AVV verfügbar | ja | ja | ja | ja | ja |
Preise aktualisiert am 18.04.26. Links führen zum AVV bzw. zur Tarifüberischt des Anbieters.
Claude Business kann erst ab 5 Lizenzen abonniert werden.
Das Problem: man weiß es nicht!
Das zentrale Problem hierbei ist, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, dass bei der Nutzung von KI die DSGVO relevant ist. Ein weiteres Problem, insb. in kleineren Firmen, ist Schatten-KI, also der Fall, dass Mitarbeiter eine private KI nutzen, weil die Firma keine KI bereit stellt. Dies schützt den Arbeitgeber leider nicht vor Strafen, mehr dazu im zugehörigen Artikel.
Disclaimer: Dies ist keine Rechtsberatung, sondern der Versuch einer verständlichen Darstellung durch einen Laien, der sich informiert hat. Ich bin kein Anwalt. Es ist immer wichtig, sich durch Anwälte beraten zu lassen, die sich mit dem jeweiligen Thema auskennen, um rechtskonform unterwegs zu sein!
Und wenn es günstig bleiben soll?
Die Alternative dazu, einen Business-Tarif abzuschließen, ist es, darauf zu achten, keine personenbezogenen Daten in die Cloud zu laden – denn daher kommt die Not, einen AVV zu haben zu müssen. Eine andere Lösung ist es, lokale KI zu nutzen bzw. in der Firma intern bereit zu stellen.
